Abenteuer Autofahren

Soll ich oder soll ich nicht, das war gegenwärtig die Frage. Nach einem Jahr Schwitzen in ständig vollgestopften, stickig, stinkigen Lotterbussen und dem beinahe täglichen Gezeter und Feilschen mit keifenden Taxifahrern, frage ich mich ernsthaft, ob ich nicht besser selber Autofahren sollte.

Natürlich käme das Autofahren dem gleich, als würde man mich in eine Grube voller hungriger Löwen schmeissen, die nur darauf warteten, Frischfleisch zwischen die Zähne zu bekommen. Doch schliesslich fuhr hier beinahe jeder Auto und mehrfach so grottenschlecht, dass ich da bestimmt unfraglich positiv, aus der Masse stechen würde.

Jetzt müsste nur noch ein Auto her. Ich liebäugle schon lange mit einem asiatischen Kleinwagen, knallgelb und voll klimatisiert, das exzellente Frauenflitzerchen. Da er durchaus erschwinglich ist, wäre es also spekulativ möglich, wenn auch gleich dagegen spricht, dass eine Geldreserve angezapft werden muss, die eigentlich für unvorhersehbare Belastungen und Notlagen reserviert war.

Hazeem, ein ehemaliger Arbeitskollege von Ayman, hatte vor kurzer Zeit, völlig übereilt und unüberlegt ein Auto gekauft, welches allerdings mit Handschaltung ausgestattet war, er auch noch demungeachtet, keinerlei Ahnung davon hatte, da er nur Autos mit Schaltautomatik fahren konnte. Was selbstverständlich mein innerliches Spotten und ferner zum Augenzwinkern berechtigte, da es gewiß die Hölle wäre, wenn so etwas hier einer Frau passiert.

Ein hochbetagter Madza-Kombi, stand nun gelangweilt und unbenutzt vor seinem Haus, schmollte in der Gluthitze vor sich hin und wurde nicht weiter beachtet.

Vor ein paar Tagen traf ich per Zufall, Hazeem an der Bushaltestelle, wo er mich nett begrüßte und mir überrascht entgegenstellte kein Auto zu fahren und sich überdies wunderte, dass ich nicht einmal ein Auto besaß.

Geschwind und logisch ein bequemes Geschäft witternd, rief er Ayman an, und unterbreitete ihm, dass ich sein Auto doch mieten könne, wo es doch eh nur steht . Tatsächlich war diese Idee gar nicht so schlecht, als er noch begründtete, dass der Wagen angemeldet war, eine akkurate Nummer hatte und mir auch noch der nervenaufreibende Papierkrieg ausblieb.

Ja, und um Versicherungen brauchte man sich eh keinen Kopf zu machen, da sowas hier erst gar nicht existierte. (Würde sich kaum rentieren, bei den zig Blechschäden jeden Tag, wäre jede Versicherung innert Monaten bankrott und mancher Schlaumeier würde versuchen, absichtlich in der Vordermann zu krachen, damit er etwas Geld absahnen kann…)

„Ein Kombi ist praktisch“, meint Hazeem lachend,“ wenn dir hinten einer reindeppert, kannst du vorne ungehindert weiterfahren!“

Mit alten Autos habe ich meine einschlägigen Erfahrungen. Mein erstes Auto damals in Solothurn war ein roter Fiat Uno, Baujahr 1984. Der hatte Dreitausend Franken gekostet und fuhr gerade mal vier Wochen ohne Zwischenfälle. Danach fing das Drama an: Schaltung kaputt, Getriebe im Eimer, Platten vorne, Platten hinten, und so weiter. Bis ich eines Tages die Nase voll hatte, das Auto mit einem Adresskleber mit der Aufschrift:FIAT AUTOMOBILE, TORINO, ITALIA beklebte und die rote Kiste dem nächstbesten Schrotthändler brachte. Ich bekam immerhin noch achthundert Franken dafür, ein kleines Trostpflaster für meinen Ärger.

Demnächst werde ich ihn also ausprobieren, den alten Mazda- Kombi. Erst mal ganz locker auf dem“Highway“ nach Makadi –Bay, da fährt es sich mitten durch die Wüste, die Strasse ist übersichtlich, der Verkehr mässig. Vor dem Stadtverkehr graut es mir ein bisschen, ehrlich gesagt, doch da muss ich durch. Wie meine Kollegen auf der Strasse, hup, hup, quietsch, quietsch. Fortsetzung folgt!








Fotos können durch Mausklick vergrößert werden !

Design & copyright © by H.G.M.